Fotografie
Noah Petrescu – Fragmente der Erinnerung
Partizipatives Archiv
Kooperation mit Institutul Național pentru Susținerea Artei Contemporane
10.10.2026 – 18.1.2027
Open Space
In „Fragmente der Erinnerung“ untersucht der Künstler Noah Petrescu (Rumänien/Deutschland) die Konstruktion persönlicher und kollektiver Erinnerung.
Ausgehend von historischen Fotografien, Tonaufnahmen und Alltagsobjekten entwickelt Petrescu poetische Installationen, die zwischen Dokumentation und Fiktion oszillieren. Projektionen, Licht und Klang verschmelzen zu begehbaren Erinnerungsräumen.
Ein zentrales Element ist ein partizipatives Archiv: Besucher:innen können eigene Erinnerungen beisteuern, die im Verlauf der Ausstellung Teil der Installation werden.
Über die Ausstellung
Die Ausstellung „Fragmente der Erinnerung“ widmet sich der Frage, wie Erinnerungen entstehen, sich verändern und erzählt werden. In einer Zeit, in der Bilder, Daten und persönliche Archive allgegenwärtig sind, untersucht der Künstler Noah Petrescu die fragile Grenze zwischen dokumentierter Vergangenheit und subjektiver Rekonstruktion.
Ausgangspunkt seiner Arbeiten sind historische Fotografien, Tonaufnahmen und gefundene Alltagsobjekte, die er sammelt, verfremdet und in neue Zusammenhänge überführt. Dabei entstehen vielschichtige Installationen, die weniger als abgeschlossene Werke, sondern vielmehr als offene Erzählräume zu verstehen sind. Dokumentarisches Material und fiktionale Elemente verschmelzen zu poetischen Konstruktionen von Erinnerung.
Ein zentrales Motiv der Ausstellung ist die Lücke – das, was fehlt, verloren gegangen ist oder nie vollständig erfassbar war. Petrescu arbeitet gezielt mit Unschärfen, Überlagerungen und Fragmenten, um die Brüchigkeit von Erinnerung sichtbar zu machen. Licht, Projektion und Klang dienen dabei als Mittel, um Atmosphären zu erzeugen, die zwischen Nähe und Distanz oszillieren.
Besucher:innen bewegen sich durch eine Abfolge von Räumen, die unterschiedliche Formen des Erinnerns thematisieren: das persönliche Gedächtnis, kollektive Narrative und mediale Archive. Dabei wird deutlich, dass Erinnerung kein statisches Abbild der Vergangenheit ist, sondern ein fortwährender Prozess des Neuordnens und Interpretierens.
Ein partizipatives Archiv bildet das Herzstück der Ausstellung. Hier können Besucher:innen eigene Erinnerungen – in Form von Texten, Bildern oder Tonaufnahmen – einbringen. Diese werden im Verlauf der Ausstellung Teil der Installation und verändern sie kontinuierlich. So entsteht ein lebendiges, wachsendes Geflecht aus individuellen Geschichten.
„Fragmente der Erinnerung“ lädt dazu ein, die eigene Wahrnehmung von Vergangenheit zu hinterfragen und die Konstruktion von Erinnerung als kreativen, offenen Prozess zu begreifen.
„Erinnerung ist kein Archiv, sondern ein Prozess – und genau diesen macht Petrescu sichtbar.“
Dr. Elias Brenner, Kurator
Interview mit dem Künstler
Künstlerbiografie Noah Petrescu (1983, Cluj-Napoca, Rumänien)
Noah Petrescu arbeitet mit Installation, Fotografie und Klang. Im Zentrum seiner Praxis steht die Auseinandersetzung mit Erinnerung, Archiv und narrativen Konstruktionen von Geschichte. Er studierte Bildende Kunst in Cluj-Napoca und Berlin. Seine Arbeiten wurden in zahlreichen europäischen Institutionen gezeigt, darunter Kunstvereine, Museen und biennale Formate. Petrescu lebt und arbeitet in Berlin und Bukarest.